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Kindheit und Jugend  
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Archiv - Dauerausstellung:  Raum 3 


Bilder von Kindern
Bilder und Abbilder von Kindern aus verschiedenen Epochen, aus unterschiedlichen Gesellschaftskreisen, in individuellen Lebens- situationen gehören zur Geschichte der Kindheit und bezeugen Lebensumstände, Schulsituationen, den Alltag und die Freizeit.

Konnten es sich bis zur Erfindung und massenhaften Verbreitung der Fotografie nur Bessergestellte leisten, ihre Kinder von einem Künstler porträtieren zu lassen, wird es nach 1860 in Berlin üblich, wenigstens einmal ein Kinderporträt durch einen Fotografen anfertigen zu lassen.

Meistens geschah dies anläßlich der Einschulung und häufig wurden die jüngeren Geschwister mit auf das kostbare Erinnerungsfoto gestellt.

Angesichts der heutigen Bilderflut und meistens schon vor der Geburt beginnenden bildlichen Dokumentation mittels Ultraschall- bild, Video oder Digitalaufnahme ein kaum noch nachvollziehbarer Umstand.

Dabei verraten Kinderporträts nicht nur viel über die jeweilige Zeit, die Mode und Gepflogenheiten, sondern erlauben auch Einblicke in das eigene Verständnis und Selbstbewußtsein des jeweiligen Kindes.

Mädchen, häufig sittsam und mit den üblichen weiblichen Attributen wie Puppe ausgestattet, stehen Jungenbilder mit Reifen, Peitsche oder Kutsche gegenüber; zukünftige Rollenverteilung manifestiert sich darin.

Der sichtbare Wandel vollzieht sich nach dem Ersten Weltkrieg und der sich in Berlin verbreitenden Reformbewegung, die sich auf Kinderporträts in Kleidung und Haartracht ablesen läßt.

Erstaunlicherweise überdauert der seit der Kaiserzeit beliebte Matrosenanzug den politischen Umbruch, ist er doch aus strapazierfähiger Baumwolle und mit auswechselbaren Kragen, im Sommer mit kurzen und im Winter mit langen Hosen ein nahezu universell einsetzbares Kleidungsstück für Jungen.

In abgewandelter Form mit runden statt spitzen Kragenenden und mit weißem oder blauen Rock erobert er auch die Mädchen- bekleidung.

Seine Uniformität, die sich innerhalb der Gesellschaftsschichten nur durch Qualitätsmerkmale unterscheidet, läßt mehrere Generationen nahezu gleich erscheinen und führt zu einer Art von Unisex-Mode.
Ein Umstand, der gerade heute bei dem großen Bewußtsein von Kindern und Jugendlichen für bestimmte Markenartikel, im Rahmen von einheitlicher Schuluniform wieder diskutiert wird.       
Matrosen

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