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Archiv - Dauerausstellung:  Raum 2 


Spielindustrie und Zentren
Von einer regelrechten Spielzeugindustrie kann erst ab der Mitte des 19. Jahrhunderts gesprochen werden.

Zentren bilden sich in Thüringen mit Sonneberg und im Erzgebirge mit Seiffen. Daneben entwickeln sich Produktionsstätten in Berchtesgaden und Oberammergau sowie im Grödnertal/Südtirol und in Nürnberg.

Es sind besonders waldreiche Gebiete mit geringen anderweitigen Einnahmequellen, in denen Kleinbauern und Tagelöhner mit ihren Familien diesem willkommenen Broterwerb nachgehen.

Ihre Produkte werden von durchreisenden Kaufleuten übernommen und vor allem von Nürnberg aus, dem zentralen Umschlagplatz, in die ganze Welt vertrieben. Noch heute findet hier jährlich eine große Spielzeugmesse statt.

Wurden die ersten Spielsachen in Heimarbeit angefertigt, setzte mit der Industrialisierung auch in diesem Bereich eine Massen- produktion ein. Um beispielsweise eine Puppe herzustellen, wurden deren Einzelteile an verschiedenen Orten gefertigt, um dann in der Fabrik zusammengesetzt zu werden. Perücken, Glasaugen, Balge, Arme, Beine, Porzellankopf- und hände fanden erst in der Abschlußproduktion zueinander und ihre Zuordnung erfolgte mittels Größenangaben auf dem Puppenkopf. Diese Ziffern zeugen heute noch von den Anfängen der Normierung, durch die eine reibungslose Produktion gewährleistet war.

Ende des 19. Jahrhunderts bot sich vor allem für die thüringischen Puppenfabriken Kämmer & Reinhard sowie Simon & Halbig in Amerika ein attraktiver Absatzmarkt.

Mit Käthe Kruse, die ihre Puppen aus Stoff herstellte und namhafte Berliner Bildhauer, u.a. Arthur Lewin-Funcke mit Entwürfen beauftragte, wurde die Puppe kindgerechter. Ähnliches lässt sich über die von Margarete Steiff angefertigten Teddybären sagen, die in Amerika reißenden Absatz fanden.

Materialneuheiten wie das Zelluloid für die Puppenherstellung oder gewaltzes Blech bei der Produktion von technischem Spielzeug verdrängten die traditionellen Puppenfabriken und brachten die Heimarbeiter um ihre Aufträge.

Heute ist der Spielzeugmarkt völlig offen und manches Spielzimmer Spiegelbild der Globalisierung, in dem sich japanische Monchichis und Tamagotchis neben Steiff-Teddys und Legobausteinen tummeln.    
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